morgengedanken (20/12): ein blick auf joachim gauck
20. Februar 2012 1 Kommentar
auch wenn ich joachim gauck verglichen mit wulff für die erheblich bessere wahl halte, so richtig restlos überzeugt hat mich der mann nicht. würde der bundespräsident direkt gewählt, ich hätte sicherlich zweimal lieber mein kreuzchen bei einem andreas voßkule oder einer marion käßmann gemacht, als bei gauck. es ist nur so ein gefühl, ich kann es auch nicht konkret an irgendwelchen ereignissen festmachen. andererseits, was solls. der mann wird schliesslich bundespräsident und nicht kanzler ;)
eine kleine presseschau zu joachim gauck. einige der artikel sind aus dem jahr 2010, als gauck gegen wulff angetreten ist.
>ein kandidat der herzen? ein theologe der herzlosigkeit (spiegelfechter)
>der mutige freiheitsdenker (tagesschau)
>als joachim gauck eine falsche auskunft gab (tagesspiegel)
>“ich bin kein supermann” (spiegel online)
>gespalten statt versöhnt (süddeutsche)
>ein traumatisierter präsidentschaftskandidat (nachdenkseiten)
>joachim gauck, der ehrliche (zeit)
>gauck empfindet antikapitalismus-debatte als albern (süddeutsche)
>der engagierte bürger (faz)
>prediger und freiheitskämpfer (financial times)
>gauck – priester des neoliberalismus (der freitag)
>gesichtsverlust oder ausdruck von geradlinigkeit? (tagesschau)
ein wort noch zur “partei” die linke, die sich gerade so schön darüber aufregt, dass man sie bei der konsens-kandidaten-findung komplett ignoriert hat: das hat sich diese “partei” redlich verdient. erinnern wir uns. wulff wäre niemals präsident geworden, wenn die mitglieder dieser unsäglichen “partei” beim letzten mal im ersten wahlgang für gauck gestimmt hätten. aber nein, man musste ja unbedingt eine eigene kandidatin präsentieren. eine kandidatin von der ausnahmslos jeder wusste, dass sie noch nicht einmal ansatzweise eine chance hatte, gewählt zu werden. dieses abstimmungsverhalten der linken war eine sehr schöne demonstration dieses latent beleidigt-arroganten deppen-narzismus, der die “partei” die linke seit jeher wie eine dunstglocke zu umgeben scheint – und der sie für mich zumindest auf absehbare zeit absolut unwählbar macht. niemand hat also die linke gefragt. gut so, warum auch.


Ich bin auch nicht mehr so überzeugt von Herrn Gauck, wie ich es mal war. Eine Frau Käßmann wäre mir deutlich lieber gewesen. Auch Herr Voßkuhle wäre sicherlich eine gute Wahl gewesen, aber der wollte ja nicht.
Ich kann es schon auch benennen. Gauck´s Haltung zur Occupy-Bewegung ist ein Grund für meine Zweifel, aber auch, das er ein Befürworter von HartzIV ist. Um nur zwei Beispiele zu nennen.
Wir werden sehen. Besser als Wulff ist er sicherlich alle Mal, aber das ist ja auch nicht soooo schwierig :-)