10. April 2012
von chopps
zugegeben, es ist nur eine einzige, vermutlich unter dem strich nicht besonders repräsentative umfrage, die forsa für rtl durchgeführt hat – und doch drängt sich der eindruck auf, dass der zeitpunkt leider wieder einmal gekommen ist:
rot-grün hat verkackt (meldung: wahlrecht.de, spiegel online, bild: rtl).
und wieder einmal sind die beiden möchtegern-regierungsparteien ganz allein daran schuld, dass sie laut forsa zusammen noch nicht einmal mehr so viele stimmen bekommen, wie die merkel’sche union ganz alleine. die spd hat keinen kanzlerkandidaten. die spd führt keinen wahlkampf gegen merkel. die spd nickt alles ab, was die union durch den bundestag peitscht. warum zum teufel sollte irgend jemand freiwillig diese spd wählen, die sich seit schröders abgang immer mehr zu einer schlechten unions-kopie gewandelt hat?
selbiges gilt für diese unsäglichen grünen, die auf mich derzeit bestenfalls wie eine talentfrei zusammen-geschluderte karikatur ihrer selbst wirken. der höhenflug nach fukushima ist nun über ein jahr her, neue inhalte oder gar neues personal ist dagegen fehlanzeige. im gegenteil, die immer gleichen gesichter streiten sich mehr oder weniger öffentlich darum, wer als spitzenkandidat in die bundestagwahl 2013 gehen soll. ich sag euch was, liebe grüne: das ist völlig egal, denn wenn das bis dahin noch zehn prozent werden, könnt ihr vermutlich ziemlich froh sein.
doch statt sich an die eigene nase zu packen und den verlust der sicher geglaubten mehrheit im bund an den eigenen, teils ziemlich albernen versäumnissen und fehlleistungen festzumachen, wird auf die piraten geschumpfen. schlimmer noch, die inzwischen als direkte konkurrenz erkannte neue partei wird bei jeder gelegenheit niedergemacht und mit dreck überschüttet. die aktuelle diskussion um sexismus und rassismus bei den piraten bringt deren pressesprecher lessman für meine begriffe wunderbar auf den punkt: in jeder partei gibt es einen gewissen prozentsatz idioten. amen. diese einschätzung der situation mag nicht neu oder gar originell sein, ehrlich scheint sie aber allemal.
dass es genau diese mischung aus naivität und ehrlichkeit ist, die bei den wählern derzeit so gut ankommt, dass man den piraten gerne nachsieht, dass sie zu vielen fragen weder antworten noch das personal haben, das werden die grünen vielleicht auch irgendwann einmal feststellen, wenn sie endlich damit aufhören, reflexartig nach dieser vwermeintlichen bedrohung zu schnappen. mag sein, dass die piratenpartei keine ausformulierten antworten zur eurokrise hat. oder zur finanzpolitik. oder zur gesundheitspolitik. oder zu vielen anderen fragen. das sympathische dabei ist, dass sie im gegensatz zu all den anderen parteien eben nicht so tun, als hätten sie welche.
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